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Berichte

 

Ökumenische Partnerschaft  vertieft

 

 

Waldstadtgemeinden unterzeichnen „Charta Oecumenica“ – Gewachsenes Miteinander fördern

 

Mosbach. (kos) Seit vielen Jahren treffen sich die Christen der Waldstadt am Palmsonntag zu einem gemeinsamen Gottesdienst. In diesem Jahr erhielt dieses Zeichen ökumenischer Verbundenheit einen besonderen Akzent durch die feierliche Unterzeichnung der „Vereinbarung einer ökumenischen Partnerschaft zwischen der Evangelischen Luthergemeinde Mosbach-Waldstadt und der römisch-katholischen Gemeinde St. Bruder Klaus“. Mit dieser Vereinbarung soll das gewachsene ökumenische Miteinander in der Waldstadt einen verbindlichen Rahmen erhalten. Die beiden Gemeinden verpflichten sich, dieses Miteinander auch weiterhin zu fördern und zu entwickeln.

Viele der zahlreichen Gottesdienstbesucher, die sich zunächst in der evangelischen Kirche eingefunden hatten, haben schon in der Vergangenheit erfreuliche  ökumenische Begegnungen und gemeinsame Aktionen erlebt und mitgestaltet. Bereits die Gründerjahre der Waldstadt waren von einer religiösen Aufbruchstimmung geprägt sowie von einer großen Offenheit gegenüber den Mitchristen. Beide Konfessionen feierten ihre ersten Gottesdienste in der Schulbaracke und danach bis 1971 im kath. Gemeindehaus. Im Gemeindeleben beider Kirchen war die Ökumene immer ein sehr positives Element, das auch durch die jeweiligen Gemeindeleiter tatkräftig gefördert wurde.

Pfarrer Sommer, der die Gemeindemitglieder begrüßte, bezeichnete deshalb die Vereinbarung als einen Meilenstein im ökumenischen Miteinander der Waldstadt.

Sie lehne sich an die „Charta Oecumenica – Leitlinien für die Zusammenarbeit der christlichen Kirchen in Europa“ an, welche während des ersten ökumenischen Kirchentages in Berlin 2003 unterzeichnet wurde. Das Generalziel der Vereinbarung wird so umschrieben: „Im ökumenischen Miteinander ist es wichtig, die geistlichen Gaben der verschiedenen christlichen Traditionen kennen zu lernen, sich davon bereichern zu lassen und so voneinander zu lernen. Daher verpflichten wir uns, das Leben unserer Gemeinden auf verschiedenen Ebenen und in verschiedenen Arbeitsbereichen kennen zu lernen, einander zu den jeweiligen Gottesdiensten und Veranstaltungen einzuladen sowie regelmäßige Begegnungen zu vereinbaren. Wir wollen Selbstgenügsamkeit überwinden und mögliche Vorurteile beseitigen, die Begegnung miteinander suchen und füreinander da sein.“

Konkret bedeutet dies zunächst, dass die beiden Gemeinden sich zu bestimmten Feiertagen und besonderen liturgischen Anlässen (z.B. Martinstag, Buß- und Bettag, Weltgebetstag der Frauen) einander einladen und nach Möglichkeit gemeinsam Gottesdienst feiern. Ferner enthält die Vereinbarung das Versprechen des verstärkten Engagements und des Erfahrungsaustauschs in Katechese und Seelsorge sowie des sozialen Einsatzes und der Wahrnehmung von politischer Verantwortung. Die vorgesehenen Aktivitäten reichen dabei vom jährlichen Treffen aller Pfarrgemeinderäte und Kirchenältesten beider Pfarreien, den jährlichen Kanzeltausch, die gemeinsame Seniorenarbeit bis zur Bereitschaft, aus sozialer Verantwortung die Stadt Mosbach bei der geplanten offenen Jugendarbeit zu unterstützen. Die ökumenischen Männertreffs, die ökumenische Bibelwoche und die Arbeit konfessionsübergreifender Familienkreise sollen fortgesetzt werden. Aus wirtschaftlichen und ökologischen Gründen sollen die vorhandenen Räume gemeinsam genutzt und sinnvoller ausgelastet werden. Neue Wege sind auch für die Kindergärten denkbar.

Natürlich gibt es auch Hindernisse auf dem vorgesehenen Weg. Dazu heißt es in der Vereinbarung: „Wir verpflichten uns, die ökumenische Gemeinschaft im Dialog zwischen unseren Gemeinden gewissenhaft und intensiv fortzusetzen. Wenn Kontroversen in Fragen des Glaubens und der Ethik bestehen, wollen wir das Gespräch suchen und alle, auch strittige Fragen gemeinsam im Licht des Evangeliums und der Überlieferung unserer Kirchen erörtern.“

Auch Pfarrer Bader begrüßte die Vereinbarung als wichtigen Beitrag zum Zusammenwachsen aus dem Geist des Evangeliums. Dann unterzeichneten Pfarrer Sommer und Pfarrer Bader, Svetlana Abramaschwili und Gabi Wittmann vom Evangelischen Ältestenkreis, Pfarrgemeinderatsvorsitzender Christian Tamme sowie Ökumene-Beauftragter Jürgen Blatz von der Gemeinde St. Bruder Klaus die Vereinbarung. Anschließend zogen die Gläubigen in der Palmprozession zur Bruder-Klaus-Kirche und feierten gemeinsam den Beginn der Karwoche.