Geschichtliches
An der Stelle der heutigen
Stiftkirche St. Juliana in Mosbach stand im
9. Jahrhundert ein Benediktinerkloster, das im Jahr 1016 zu einem Kollegiatstift umgewandelt wurde.

Da sich um das Kloster eine Siedlung gebildet hatte, wurde eine Gemeindekirche gebaut, die der Hl. Cäcilia geweiht war. Sie stand an der Stelle des heutigen Rathauses und wurde im 16. Jahrhundert abgerissen. Nach wechselvoller Geschichte kam Mosbach in den Besitz der Pfalzgrafen bei Rhein und erlebte als Residenz der Linie Pfalz-Mosbach im 15. Jahrhundert eine Blütezeit. In dieser Zeit wurde auch die Stiftkirche St. Juliana im gotischen Stil vollendet. Die Pfarrei gehörte zum damaligen Bistum Worms und später zum Bistum Würzburg.
Im 16. Jahrhundert wurde in Mosbach wie in der ganzen Kurpfalz die Reformation eingeführt und die katholische Messe verboten. Die wenigen verbliebenen Katholiken wurden von Franziskanerpatres betreut. Diese bauten Ende des 17.Jahrhunderts ein Kloster, in dessen Gebäude sich heute das Amts- und Landgericht befindet. Der katholische Kurfürst Philipp Wilhelm verkündete 1685 die volle Religionsfreiheit und ordnete an, dass die Protestanten und die Katholiken sich die Stiftskirche St. Juliana teilen mussten. Im Jahr 1708 wurde eine Mauer eingezogen, die Katholiken bekamen den Chorraum, während die evangelische Gemeinde das Kirchenschiff erhielt. Inzwischen wurde die Seelsorge von Priestern der Diözese Würzburg wahrgenommen. Bei der Neuordnung der Diözesen Anfang des 19. Jahrhunderts kam Mosbach 1827 zu der neu errichteten Erzdiözese Freiburg.

Schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurde die Kirche St. Juliana bei der wachsenden Katholikenzahl zu klein, und man begann mit der Planung einer neuen
Pfarrkirche St. Cäcilia. Aber erst 1935 konnte diese unter Stadtpfarrer Franz Roser fertig gestellt werden. Das Patrozinium war wiederum, wie schon bei der ersten Mosbacher Gemeindekirche das Fest der Hl. Cäcilia. Die Cäcilienkirche war von dem bekannten Architekten Hans Herkommer im Stil der neuen Sachlichkeit geplant worden. Sie wurde am 29. September 1935, dem Fest der
Hl. Erzengel Michael, Gabriel und Raphael von Weihbischof Dr. Burger geweiht.
Die Kirche St. Juliana wurde als Nebenkirche mit regelmäßigem Gottesdienst beibehalten.
Nach der im Jahr 2002 abgeschlossenen Renovation stellt sie heute ein Kleinod unter den historischen Gebäuden in Mosbach dar.
Die
Kirche Maria Königin im Mosbacher Stadtteil Bergfeld ist die dritte Kirche der Pfarrei.

Sie ist Mittelpunkt der Filialgemeinde Maria Königin mit ihren ca. fünfhundert Katholiken. Diese umfasst das Bergfeld und das neue Bergfeld. Die Geschichte des Bergfeldes beginnt im Jahre 1934 mit einer Siedlung von Aussiedlerhöfen. Nach dem zweiten Weltkrieg entstand die neue Bergfeld-Siedlung, da viele Heimatvertriebene, Flüchtlinge und Ausgebombte nach Mosbach kamen. Zur Filialgemeinde zählt auch die alte Siedlung Hardhof. Die Filialkirche Maria Königin wurde 1964 von Weihbischof Gnädinger geweiht. Damals entstand auch das Gemeindehaus mit dem Kindergarten. Durch den Bau der Kirche und des Gemeindehauses entwickelte sich ein vielfältiges Gemeindeleben auf dem Bergfeld. Der Kindergarten konnte durch einen modernen Anbau im Jahr 1997 zu einem zweigruppigen Kindergarten erweitert werden.